Beers bietet Wandern fürs Wohlbefinden
Sieben Routen als Terrain-Kurwege zertifiziert
VON JENS GEHRKE
BAD BEDERKESA. Es war eine der letzten Auflagen, die Bad Bederkesa noch erfüllen musste, um sich „Staatlich anerkannter Ort mit Moorkurbetrieb“ nennen zu dürfen: Die Zertifizierung seiner Wanderwege als Terrain-Kurwege. Das ist nun offiziell bestätigt und ein Grund, das modernisierte Wegenetz noch einmal neu zu erkunden.„Die Kurwege existierten im Prinzip schon vorher, wir mussten sie nur durch einen Experten zertifizieren lassen“, erklärt Alexander Schütz von der Tourismus, Kur und Freizeit GmbH die Arbeit der vergangenen Monate. Nur eine Strecke wurde komplett neu angelegt: „Eine kurze Route von zwei Kilometern mit einer geringen Dauerbelastung, die Strecke ‚Seeadler‘, wurde neu geschaffen“, so Schütz. Der „Seeadler“ führt vom Zentrum Bad Bederkesas m Kanal entlang zur Holzurburger Straße und auf der anderen Uferseite zurück. Alle neu zertifizierten Terrain- Kurwege zusammen verlaufen auf mehr als 25 Kilometern durch Stadt und Wald, am See und Kanal entlang. Die sieben Routen, die Namen wie „Schmetterling“ und „Eichhörnchen“ tragen, richten sich an die Kurpatienten, aber auch an Jogger, Walking-Gruppen und Tagesgäste aus der Region. Doch welche Kriterien waren eigentlich entscheidend für die Zertifizierung? „Es durfte keine Verletzungquellen wie Totholz geben, die Wegstrecke muss überall leicht von einem Rettungswagen zu erreichen sein, es müssen genügend Sitzgelegenheiten da sein“, nennt Schütz ein paar Beispiele. Ein wichtige Rolle spiele auch die Luftqualität und eine geringe Pollenbelastung. Schütz ist mit einem örtlichen Experten, einem Mediziner, die Routen abgegangen. „Jeden einzelnen Meter“, berichtet Schütz. „Da merkt man doch, wie lang einige Wege sind.“ Sein persönlicher Lieblingsweg, der „Schmetterling“, ist einer der längsten: Auf fünf Kilometern führt er einmal um den Ort herum. Der Tourismusmanager schätzt ihn besonders wegen der unterschiedlichen Untergründe: „Da wechseln sich Kies-, Schotter-, Pflaster-, Wald- und Feldwege ab.“ Bei den Patienten und Wanderern sei auch das „Eichhörnchen“ sehr beliebt, das an dem Ensemble mit Burg, Amtsgarten, Kanal und der Mühle vorbeiführt. „Der Blick von der Mühle auf den See ist schon etwas Besonderes“, meint Schütz. Die Routen unterscheiden sich sowohl in der Länge als auch in der Belastung beim Wandern. Letztere wird in der Einheit Watt angegeben und ist vor allem abhängig von den Steigungen. Auch, ob der Wanderer in der Sonne oder im Schatten läuft, spielt eine Rolle. Welcher Weg welche Länge und welche Belastung aufweist, fasst neuerdings ein Faltblatt zusammen. Diese Faltblätter liegen in der Touristinformation aus, dort kreuzen sich auch drei der Wege. Anderenorts sind Karten des Terrainkurwegenetzes auf einigen neuen Stelen angebracht. Außerdem finden sich an den Wegen neun mal neun Zentimeter große Schilder mit dem jeweiligen Tiersymbol als Markierung. Wenn sich Schütz etwas wünschen könnte, würde der Tourismusexperte weitere Schilder am Wegesrand aufstellen. Doch auch ei der jetzigen Beschilderung ist er sich sicher: „Verlaufen tut man sich hier nicht.“ 
Tourismusmanager Alexander Schütz ist bei der Zertifizierung selbst alle
Beerster Terrain-Kurwege abgelaufen. Damit sich auch Gäste zurecht
finden, sind die Wege unter anderem auf einigen Stelen verzeichnet. Foto jg
aus der NZ vom 05.10.2011